Warten, hoffen, suchen - wenn Wohnen zur Belastung wird
Wenn die Wohnungssuche zur Belastung wird
Immer mehr Familien stehen vor einer existenziellen Herausforderung: Sie finden keinen bezahlbaren und geeigneten Wohnraum. In der Schwangerschaftsberatung des SkF Warendorf erleben wir tagtäglich, wie angespannt die Lage wirklich ist - und wie sehr sie die Betroffenen psychisch und emotional belastet.
Viele Ratsuchende berichten von monatelanger, oft erfolgloser Wohnungssuche. Schwangere erleben Diskriminierung, sobald sie ihre Lebenssituation offenlegen. Nach Trennungen fehlen kurzfristige Wohnmöglichkeiten, was besonders Alleinerziehende in akute Notlagen bringt. Manche Familien leben in überbelegten Wohnungen, andere in dauerhafter Unsicherheit - ohne zu wissen, wie lange sie noch bleiben können.
Diese Wohnungsunsicherheit ist weit mehr als ein organisatorisches Problem. Sie bedeutet Stress, Angst und Perspektivlosigkeit. Besonders kritisch ist das für Kinder: Ein sicheres und stabiles Zuhause ist die Grundlage für gesunde Entwicklung, für familiären Zusammenhalt und für gesellschaftliche Teilhabe.
Unsere Anregungen für familiengerechtes Wohnen
Aus unserer Beratungstätigkeit heraus richten wir konkrete Vorschläge an Politik und Verwaltung, um die Wohnsituation für Familien nachhaltig zu verbessern:
- Es braucht deutlich mehr Sozialwohnungen - bezahlbar, familiengerecht und dezentral verteilt.
- Wohnraum muss gezielt für Schwangere und Alleinerziehende gesichert werden, etwa durch feste Kontingente im sozialen Wohnungsbau.
- Diskriminierung bei der Wohnungssuche muss aktiv entgegengetreten werden - durch Beratung, Aufklärung und klare Regeln im Vermietungsprozess.
- Die Zusammenarbeit zwischen Wohnungsämtern, Beratungsstellen und Vermieter*innen sollte gestärkt werden, um frühzeitig Lösungen zu ermöglichen.
#besserwohnen - Ihre Stimme zählt!
Wie wohnen Sie eigentlich? Fühlen Sie sich sicher und wohl in Ihrem Zuhause? Ist Ihre Miete fair? Die öffentlich-rechtliche Mitmachaktion #besserwohnen von ARD und SWR startet am 28. Oktober 2025 und lädt alle Bürger*innen ein, anonym über ihre Wohnsituation zu berichten. Hier finden Sie den Link zur Aktion: Und wie wohnt ihr?
Ziel der Aktion ist es, Erfahrungen aus der Bevölkerung zu sammeln und daraus Impulse für politische und gesellschaftliche Lösungen zu entwickeln. Ihre Beiträge - ob zur Miete, zum Verhältnis zur Vermietung oder zur Wohnqualität - werden gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund ausgewertet und fließen in die Berichterstattung der ARD ein: im Fernsehen, im Radio, online und in der Mediathek.

Wohnen ist ein Menschenrecht
Die Schwangerschaftsberatungsstelle des SkF Warendorf setzt sich dafür ein, dass Familien gut ankommen - in sicheren Räumen, mit einer Perspektive. Wir möchten das Thema sichtbar machen und gesellschaftlich verankern. Die Aktion #besserwohnen ist ein Schritt in die richtige Richtung. Jede Stimme zählt - auch Ihre.
Weitere Informationen:
- Deutscher Caritasverband: Jahresbericht 2022
- Statistisches Bundesamt: Wohnen in Deutschland
- Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W)
- Deutsches Institut für Menschenrechte: Wohnungslosigkeit & Menschenrechte
- ARD/SWR Aktion #besserwohnen
Text: Marietta Wagner; 08.10.2025